Mediation
"Irgendwo jenseits von richtig und falsch liegt ein Garten. Dort treffen wir uns."
Jalāl al-Dīn Muḥammad Rūmī
Was ist Mediation?
Mediation ist ein vertrauliches, strukturiertes Verfahren zur Lösung von Konflikten.
Unter der Leitung eines unparteiischen Mediators/ einer unparteiischen Mediatorin schafft der Prozess für alle Beteiligten einen sicheren Raum, der von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist.
In einer Mediation ist der Ablauf – mit dem Fokus auf Eigenverantwortung, Klarheit und gegenseitigem Verständnis – oft genauso wichtig wie das erzielte Ergebnis.
Mein Ansatz als Mediatorin ist gesprägt durch:
Ich bin Mitglied im Bundesverband Mediation und seiner Fachgruppe Mediation in interkulturellen Kontexten.
Warum Mediation?
Konflikte gehören zu unserem Leben. Jeder von uns erlebt sie – sei es zu Hause, am Arbeitsplatz oder in anderen Gemeinschaften, mit denen wir verbunden sind.
Manchmal gibt es Mechanismen, die uns helfen können, konfliktreiche Situationen zu lösen. Vielleicht haben wir die Möglichkeit, eine Beschwerde über Kolleg:innen einzureichen oder in einem privaten Rechtsstreit rechtlichen Beistand zu suchen.
Doch häufig fällt es schwer, diesen Weg zu gehen – oder er fühlt sich nicht richtig an. Die Barrieren, die wir in Form von Zeit, Geld, Energie und Emotionen überwinden müssen, sind hoch. Statt die Kontrolle über den Prozess zu behalten, fühlt es sich am Ende oft so an, als würde der Prozess uns kontrollieren. Und oft erreichen wir nicht einmal das, was wir uns am meisten wünschen: Verbindungen wiederherzustellen, Gemeinsamkeiten zu finden – und uns gesehen, gehört und verstanden zu fühlen.
Hier setzt Mediation an als ein einfacher, niedrigschwelliger Prozess, der Konfliktparteien dabei helfen kann, über 'richtig' und 'falsch' hinaus zu denken. Mediation ist:
- freiwillig - die Konfliktparteien entscheiden selbst, ob und wie sie teilnehmen;
- vertraulich - alles, was in einer Sitzung besprochen wird, bleibt unter den Beteiligten;
- selbstbestimmt - die Konfliktparteien übernehmen Verantwortung für die Lösung ihres Konflikts
- befreiend - der Prozess hilft, sich aus festgefahrenen Situationen zu befreien, in denen sich die Konfliktparteien gefangen fühlen
- kostengünstig - bereits wenige Sitzungen können Klarheit darüber schaffen, was sich ändern muss, warum und wie
Mediation in Organisationen
In Organisationen kann die Bearbeitung von Konflikten (z. B. zwischen Mitarbeitenden, zwischen Mitarbeitenden und Teams, zwischen Teams, zwischen Management und Vorstandsmitgliedern oder zwischen Vorstandsmitgliedern) mit der Unterstützung eines/ einer Mediator:in dazu beitragen, die Aufmerksamkeit wieder auf die gemeinsame Vision und die Ziele zu lenken. Auf diese Weise hilft Mediation, effektive Arbeitsbeziehungen sowie ein sicheres und positives Arbeitsumfeld wiederherzustellen.
Viele Organisationen verfügen über interne Beschwerdemechanismen und andere Ressourcen zum Konfliktmanagement. Diese wurden jedoch häufig entwickelt, um spezifische Verstöße gegen Verhaltenskodizes zu untersuchen, wie etwa im Bereich sexualisierte Gewalt. Für andere Konfliktarten sind sie oft weniger geeignet. Zeitmangel (z. B. in Personalabteilungen) und/oder fehlende Distanz (z. B. bei Manager:innen, zu den betroffenen Mitarbeitenden) verhindern aber oft eine zeitnahe und effektive Bearbeitung anderer Konflikte.
Mediation kann in Organisationen daher eine wirksame Alternative anbieten, die hilft Konflikte zu lösen, bevor sie eskalieren. Gleichzeitig kann der Prozess auch systemische Schwachstellen aufdecken, die eine andere Reaktion oder Intervention erfordern. So trägt Mediation zur Umsetzung der übergeordneten Ziele bei und stärkt die Widerstandsfähigkeit der ganzen Organisation.
Schritte im Mediationsprozess
Einführung
Erste Einblicke in den Konflikt gewinnen. Den Prozess und Eckpunkte besprechen.
Konfliktdarstellung
Verschiedene Sichtweisen auf den Konflikt hören. Unterschiede benennen. Einigung auf die Themen, die weiter bearbeitet werden sollen.
Konflikterhellung
Individuelle Interessen und Bedürfnisse verdeutlichen. Verständnis für die Perspektive des/ der anderen entwickeln. Neue Erkenntnisse gewinnen.
Konfliktlösung
Optionen und Alternativen sammeln und ihre Konsequenzen verstehen. Kriterien für eine gute Übereinkunft festlegen. Entscheidungen über Lösungswege treffen.
Abschluss
Vereinbarungen schriftlich festhalten oder visualisieren. Weitere Schritte falls nötig festlegen. Mögliche Hindernisse voraussehen und Lösungen überlegen. Mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken.